25.05. – 31.05.26, 647km
Nach einer herrlich ruhigen Nacht bei der Kirche von Svätý Kríž starteten wir zu einem Parkplatz bei einer Schauhöhle im Demänovska-Tal. Wir wussten, da Montag ist, daß wir die Höhlen heute nicht besichtigen können. Allerdings reizte uns der Gedanke ein Gefühl dafür zu bekommen. Wer weiß, vielleicht beim nächsten Besuch in der Slowakei dann mal reinzuschauen. Das komplette Höhlensystem ist etwa 23km lang und der größte Teil davon ist den Forschern vorbehalten. Vom Parkplatz an der Demänová-Eishöhle (Demänovská Iádová jaskyňa) laufen wir am Bach Demänovká entlang zur etwa zweieinhalb Kilometer entfernten Freiheitshöhle (Demänovská jaskyňa Slobody). Der Weg im Schatten der bewaldeten niederen Tatra ist sehr angenehm. An der Freiheitshöhle finden sich Bilder und Beschreibungen die einen sehr interessanten Eindruck der Höhle vermitteln. Die Höhlenbesichtigung dauert etwa eine Stunde und führt bei einer Temperatur von 6°-7° über etwa 913 Stufen. Nun, wir wissen jetzt Bescheid und treten den Rückweg zum Parkplatz an. Schlappe 15€ kosteten die etwa 1h45min parken auf dem heute völlig leeren Parkplatz. Auch die Slowaken wissen daß es von den Toten nix mehr gibt.
Geplant war im Anschluss das Übernachten auf einem Parkplatz am Kastell Hrad a kaštieľ , am Ortsrand von Liptovský Hrádok. Leider wird dort gerade kräftig gebaut und wir entschieden uns für einen Stellplatz beim Restaurant Stará Zvonica (Nížná Boca, Žílínský Kraj). Der Weg dorthin führt uns am Bach Boca entlang in ein Tal der Region Liptau, in der niederen Tatra, auf eine Höhe von 770m. Die Geschichte dieser Region ist eng mit dem Bergbau verbunden, so wurde hier bis 1860 Gold, Silber, Kupfer und Eisenerz abgebaut. Bis 1918 gehörte die Region Liptau zum Königreich Ungarn.






Heute haben wir die Hohe Tatra im Visier. Hierzu fahren wir aus dem Tal wieder heraus und stoßen erneut an die Váh. Diese überqueren wir und fahren in die Hohe Tatra nach Štrbské Pleso. Hier haben wir zunächst etwas Mühe einen geeigneten Platz zu finden, denn Wohnmobile sind von den Parkflächen verbannt. Mit Hilfe freundlicher Polizisten wurde uns ein Platz am Straßenrand für schlappe 30€ zugewiesen. Von dort gehen wir zum See Štrbské Pleso. Der See liegt malerisch am Fuße der Hohen Tatra, die mit ihren Berggipfeln von 2.000 – 2.500m Höhe, im Hintergrund aufragen. Mit was wir nicht gerechnet haben ist die sehr starke Frequentierung unter der Woche, ähnlich vermutlich wie bei uns an der Zugspitze.



Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns auf zu einer kleinen, etwa 10km langen, Wanderung. Nachdem wir gestern gesehen haben, wie viele Menschen hier unterwegs sind und die Wetterapp ab etwa Mittag möglicherweise Regen meldete, entschieden wir uns gegen den sicherlich malerischen Wasserfall. Wir nahmen einen Weg in ein kleines Nebental das uns bis auf etwa 1550m Höhe führte, auf einem Weg auf dem wir zunächst völlig alleine unterwegs waren. Er führte uns auch zu einem See der dann schon wieder stärker frequentiert war. Von dort ging es zurück zum Wohnmobil und pünktlich um12:00 Uhr tröpfelte es tatsächlich etwas auf unser Dach. Allerdings war es nur wenig und wir wollten eh weiter fahren.
Das Ziel war die etwa 115km entfernte Stadt Banská Bystrica. Wir haben in den letzten Wochen sicher schon schöner und ruhiger gestanden aber für eine Nacht geht das schon. Der Platz ist ein schmuckloser großer Parkplatz auf dem sich auch Fahrzeuge finden die sicher schon Monate hier vor sich hingammeln. Aber egal, wir hatten eine entspannte Nacht und starteten am Morgen zu einem kleinen Stadtspaziergang. Die Stadt ist mächtig herausgeputzt und lädt zum Flanieren ein. Am Altmarkt gibt es viele schöne Häuser die teilweise auch etwas venezianisch anmuten. Der Uhrenturm hat eine leichte Neigung und wird auch „schiefer Turm“ genannt. Der Legende nach sind Engel in einer dunklen Nacht zusammengestoßen, weil sie nicht gesehen haben wo sie hinfliegen. Um nicht abzustürzen hielt sich die Engelschar am Dach des Turmes fest, wodurch er in Schieflage geriet. Eine nette Erklärung wie ich finde. Die Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt ist die älteste der Stadt und wird auch Burgkirche genannt, denn sie war Bestandteil der Stadtburg. Die Kirche gehört zu den wertvollsten kirchlichen Denkmälern, aber leider war sie für uns verschlossen.
Die etwa 180km nach Komárno führten uns über teilweise ziemlich holprige Straßen die zudem stark von LKW‘s frequentiert waren. Die hügelige Landschaft begleitet uns noch ein ganzes Stück, aber die Hügel werden zunehmend kleiner bis sie nahezu ganz verschwinden. Zunächst peilten wir in Komárno einen Platz an der Váh an, die hier in die Donau mündet und uns auf unserer Reise schon einige Male begleitet hat. Allerdings wird hier aktuell gebaut und so fuhren wir auf den Parkplatz bei der Festungsanlage. Wider Erwarten zeigt sich dieser große Parkplatz sehr ruhig und entspannt. Am Abend und auch am Morgen spazierten wir durch die nicht sehr große aber ganz nette Altstadt. Man spürt hier die Nähe zu Ungarn und anderen Nationen. Hier kann man deutlich mehr Englisch und/oder Deutsch sprechende Personen antreffen, viele sprechen wohl auch ungarisch. Die Nähe zur ungarischen Schwesterstadt Komárom ist für die Mehrsprachlichkeit sicherlich der Grund dafür.






Die Festungsanlage ist sicherlich sehenswert allerdings wird hier gerade großflächig renoviert so daß wir uns primär der kleinen Altstadt zugewandt haben. In der Stadt ist eine Mischung aus historischer und moderner Architektur zu finden. Am Europaplatz ist eine Gebäudemischung entstanden die typische Gebäude europäischer Länder repräsentieren. Leider wird an dem Brunnen dort gerade gebaut und deshalb gibt es nicht viele Bilder. Das Rathaus mit dem Uhrenturm aus dem 19.Jhdt ist das Wahrzeichen der Stadt.






Nach dem Rundgang am Vormittag geht es weiter, zum überwiegenden Teil, über Landstraßen bis nach Orth an der Donau. Die Straße ist links und rechts mit großen Feldern gesäumt. Der Blick geht weit über die Felder hinweg da es „Brettl eben“ ist.



In Orth spazieren wir dann an die Donau. Tara gönnt sich ein kleines Bad und wir uns ein Radler.



Nach einem Spaziergang durch den Nationalpark Donau-Auen geht es für uns zunächst nach Stockerau (Ver- und Entsorgungsstop) und dann weiter Richtung Krems.
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