18.05. – 24.05.2026, 318km
Am Montag starten wir erst mal mit einem Einkaufsstop und anschließend sind wir zu einer Tankstelle gefahren an de wir Ver- und Entsorgen können. Danach führte uns der Weg, zunächst links- und dann rechtsseitig der Váh, durch eine schöne Auenlandschaft nach Trenčín. Unterwegs wollten wir noch kurz an der Ruine Čachtice anhalten aber leider war die Anfahrt für uns nicht möglich. Um die ehemalige Burg rankt sich die grausame Geschichte der Blutgräfin. Die Gräfin Elisabeth Báthory soll mehr als 600 junge Mädchen ermordet haben. Damit ging sie als größte Serienmörderin in die Geschichte ein. Sie soll auf der Suche nach ewiger Jugend im warmen Blut junger Bauersmägde gebadet haben. Eine wirklich gruselige Geschichte.



Die Burg trohnt malerisch über der Stadt Trečín. Der Weg dorthin führt über Treppen und Steinwege erst zur Kirche der Geburt Jungfrau Maria und weiter zur Burg. Leider konnten wir nicht hineingehen da es mit Hund zwar erlaubt ist aber nur wenn er einen Maulkorb trägt, den hatten wir leider im Auto gelassen. Na ja, dann halt wieder runter in die Altstadt und vorbei am Haus des Henkers. Am Durchgang zum Hauptplatz erinnert ein Wandbild an die römischen Truppen von Marcus Aurelius (121-180), als nördlichstes Römerlager in Trečín. Die schön sanierte Altstadt mit vielen Cafés und Kneipen lädt zum Flanieren und Verweilen ein. In die Piaristenkirche kann leider nur durch eine Glastür hineingeblickt werden. Der Brunnen des Wassermanns Valentín spritzt in regelmäßigen Abständen. Der Brunnen ist mit der Legende eines mährischen Wassermanns verbunden, der sich in ein Lebkuchenmädchen namens Anička verliebte. Als ihr Haus in Flammen aufging, öffnete der Wassermann unterirdische Quellen und rettete sie, kam dabei aber selbst ums Leben.



Nach zwei Nächten am ruhigen Parkplatz an der Váh zog es uns weiter zu den Súl‘over Felsen. Die schöne kleine Gebirgslandschaft mit ihren grünen sanften Hügeln lädt zum Wandern und verweilen ein, was wir auch gerne taten und genossen.



Die Natur des Malá Fatra Gebirges sollte unser nächstes Ziel sein. Eine Landschaft die sich ebenfalls mit sanften Hügeln präsentiert. Vom Campingplatz aus spazierten wir oberhalb der im Tal laufenden Straße nach Terchová. Dort sahen wir dann zunächst die imposante Statue des Räuberhauptmanns Juraj Jánošík, dem Robin Hood der Slowakei. Als Kind lernte er das harte Los der Fronarbeit kennen und nachdem sein Vater von Steuereintreibern totgeprügelt wurde schwor er Rache. Er kämpfte gegen die Knechtung der armen Bergbevölkerung. Mit List und Schläue erleichterte er mit seiner Diebesbande reiche Kaufleute, Händler und Adelige um ihr Hab und Gut, um die Beute unter der Not leidenden Bevölkerung zu verteilen. Dabei wendete er nie Gewalt an und seine Heldentaten wurden zu Legenden. Durch einen Verrat wurde er gefangen genommen und 1713 mit nur 25 Jahren öffentlich hingerichtet. Nach seinem Tod wurde er zur Symbolfigur für soziale Gerechtigkeit und versinnbildlichte, als Volksheld und Freiheitsrebell, den langen Kampf der Slowaken um nationale Eigenständigkeit.



In der Kirche des Ortes gibt es eine Krippe, die aus Lindenholz gefertigt wurde, zu sehen.



Tag darauf marschierten wir erneut nach Terchová über Wiesen die teilweise auch als Schafweide genutzt werden. Die Schafe hatten Respekt vor Tara aber folgten uns auch neugierig ein Stück. Unser Ziel war heute der Aussichtsturm Terchovské sdrce. Danach ging es wieder zurück zum CP.
Von Belá aus entscheiden wir uns für den Weg über die Malá Fatra, mit Steigungen/Gefälle von etwa 17%. Eine kleine Straße windet sich durch die waldreiche Bergregion. Am Ende stoßen wir auf der anderen Gebirgsseite auf die Orava. Entlang dieses Flusses fahren wir aus dem Tal hinaus bis wir wieder auf die Váh stoßen. Ihr folgen wir bis zu einem Erlebnisbauernhof mit einer kleinen Schlepperausstellung, an dem wir eigentlich übernachten wollten. Da aber heute Sonntag ist und herrlichstes Ausflugwetter gegeben war, quillte der Hof mit Besuchern entsprechend über.



Nach einem kurzen Rundgang fuhren wir weiter zur Artikularkirche „Svätý Kríž“. Die evangelische Kirche wurde 1693 erbaut und zählt heute zu den größten Holzkirchen Mitteleuropas. Sie entstand in einer Zeit der religiösen Unterdrückung von Protestanten und war an bestimmte Auflagen geknüpft. Evangelische Gemeinden durften außerhalb von Stadtmauern, auf einem festgelegten Standort, Kirchen errichten. Die Voraussetzungen waren daß die Kirchen weder Turm noch Glocken und kein gemauertes Fundament haben durften. Sie mussten ohne Steine, Ziegel und Metallnägel gebaut werden. Das heutige Aussehen des Gotteshauses ist einem Zimmermann, der weder Schreiben noch Lesen konnte, zu verdanken. 1774 baute er, ohne Entwürfe und Pläne, die Kirche so um dass der Innenraum 6.000 Besucher fassen kann. Die Kirche stand ursprünglich in der, etwa 15km entfernten, Gemeinde Paluzda. Nachdem der Ort jedoch dem Bau des Stausees Liptovká Mara zum Opfer viel, wurde die Kirche zwischen 1974 und 1982 Stück für Stück, samt kostbarer Innenausstattung, demontiert und bei Svätý Kríž wieder aufgebaut.






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