Einen Traum leben

Immer wieder unterwegs und entdecken

Trenčín, Súl‘ov-Hradná, CP Belá, Svätý Kríž

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18.05. – 24.05.2026, 318km

Am Montag starten wir erst mal mit einem Einkaufsstop und anschließend sind wir zu einer Tankstelle gefahren an de wir Ver- und Entsorgen können. Danach führte uns der Weg, zunächst links- und dann rechtsseitig der Váh, durch eine schöne Auenlandschaft nach Trenčín. Unterwegs wollten wir noch kurz an der Ruine Čachtice anhalten aber leider war die Anfahrt für uns nicht möglich. Um die ehemalige Burg rankt sich die grausame Geschichte der Blutgräfin. Die Gräfin Elisabeth Báthory soll mehr als 600 junge Mädchen ermordet haben. Damit ging sie als größte Serienmörderin in die Geschichte ein. Sie soll auf der Suche nach ewiger Jugend im warmen Blut junger Bauersmägde gebadet haben. Eine wirklich gruselige Geschichte.

Die Burg trohnt malerisch über der Stadt Trečín. Der Weg dorthin führt über Treppen und Steinwege erst zur Kirche der Geburt Jungfrau Maria und weiter zur Burg. Leider konnten wir nicht hineingehen da es mit Hund zwar erlaubt ist aber nur wenn er einen Maulkorb trägt, den hatten wir leider im Auto gelassen. Na ja, dann halt wieder runter in die Altstadt und vorbei am Haus des Henkers. Am Durchgang zum Hauptplatz erinnert ein Wandbild an die römischen Truppen von Marcus Aurelius (121-180), als nördlichstes Römerlager in Trečín. Die schön sanierte Altstadt mit vielen Cafés und Kneipen lädt zum Flanieren und Verweilen ein. In die Piaristenkirche kann leider nur durch eine Glastür hineingeblickt werden. Der Brunnen des Wassermanns Valentín spritzt in regelmäßigen Abständen. Der Brunnen ist mit der Legende eines mährischen Wassermanns verbunden, der sich in ein Lebkuchenmädchen namens Anička verliebte. Als ihr Haus in Flammen aufging, öffnete der Wassermann unterirdische Quellen und rettete sie, kam dabei aber selbst ums Leben.

Nach zwei Nächten am ruhigen Parkplatz an der Váh zog es uns weiter zu den Súl‘over Felsen. Die schöne kleine Gebirgslandschaft mit ihren grünen sanften Hügeln lädt zum Wandern und verweilen ein, was wir auch gerne taten und genossen.

Die Natur des Malá Fatra Gebirges sollte unser nächstes Ziel sein. Eine Landschaft die sich ebenfalls mit sanften Hügeln präsentiert. Vom Campingplatz aus spazierten wir oberhalb der im Tal laufenden Straße nach Terchová. Dort sahen wir dann zunächst die imposante Statue des Räuberhauptmanns Juraj Jánošík, dem Robin Hood der Slowakei. Als Kind lernte er das harte Los der Fronarbeit kennen und nachdem sein Vater von Steuereintreibern totgeprügelt wurde schwor er Rache. Er kämpfte gegen die Knechtung der armen Bergbevölkerung. Mit List und Schläue erleichterte er mit seiner Diebesbande reiche Kaufleute, Händler und Adelige um ihr Hab und Gut, um die Beute unter der Not leidenden Bevölkerung zu verteilen. Dabei wendete er nie Gewalt an und seine Heldentaten wurden zu Legenden. Durch einen Verrat wurde er gefangen genommen und 1713 mit nur 25 Jahren öffentlich hingerichtet. Nach seinem Tod wurde er zur Symbolfigur für soziale Gerechtigkeit und versinnbildlichte, als Volksheld und Freiheitsrebell, den langen Kampf der Slowaken um nationale Eigenständigkeit.

In der Kirche des Ortes gibt es eine Krippe, die aus Lindenholz gefertigt wurde, zu sehen.

Tag darauf marschierten wir erneut nach Terchová über Wiesen die teilweise auch als Schafweide genutzt werden. Die Schafe hatten Respekt vor Tara aber folgten uns auch neugierig ein Stück. Unser Ziel war heute der Aussichtsturm Terchovské sdrce. Danach ging es wieder zurück zum CP.

Von Belá aus entscheiden wir uns für den Weg über die Malá Fatra, mit Steigungen/Gefälle von etwa 17%. Eine kleine Straße windet sich durch die waldreiche Bergregion. Am Ende stoßen wir auf der anderen Gebirgsseite auf die Orava. Entlang dieses Flusses fahren wir aus dem Tal hinaus bis wir wieder auf die Váh stoßen. Ihr folgen wir bis zu einem Erlebnisbauernhof mit einer kleinen Schlepperausstellung, an dem wir eigentlich übernachten wollten. Da aber heute Sonntag ist und herrlichstes Ausflugwetter gegeben war, quillte der Hof mit Besuchern entsprechend über.

Nach einem kurzen Rundgang fuhren wir weiter zur Artikularkirche „Svätý Kríž“. Die evangelische Kirche wurde 1693 erbaut und zählt heute zu den größten Holzkirchen Mitteleuropas. Sie entstand in einer Zeit der religiösen Unterdrückung von Protestanten und war an bestimmte Auflagen geknüpft. Evangelische Gemeinden durften außerhalb von Stadtmauern, auf einem festgelegten Standort, Kirchen errichten. Die Voraussetzungen waren daß die Kirchen weder Turm noch Glocken und kein gemauertes Fundament haben durften. Sie mussten ohne Steine, Ziegel und Metallnägel gebaut werden. Das heutige Aussehen des Gotteshauses ist einem Zimmermann, der weder Schreiben noch Lesen konnte, zu verdanken. 1774 baute er, ohne Entwürfe und Pläne, die Kirche so um dass der Innenraum 6.000 Besucher fassen kann. Die Kirche stand ursprünglich in der, etwa 15km entfernten, Gemeinde Paluzda. Nachdem der Ort jedoch dem Bau des Stausees Liptovká Mara zum Opfer viel, wurde die Kirche zwischen 1974 und 1982 Stück für Stück, samt kostbarer Innenausstattung, demontiert und bei Svätý Kríž wieder aufgebaut.

Bratislava, Burgruine Devin, Kloster Mariánka, Kuchyňa, Štaštin-Stráže, Holič, Skalica, Burg Červený kameň, Trnava

Die letzte Etappe nach Bratislava ist von den Etappen in der Slowakei getrennt da eher nicht so interessant.

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11.05. – 17.05.26, 402km – 278km ab Bratislava

In Stockerau haben wir eine ruhige Nacht verbracht und starten am Vormittag mit dem Ziel Bratislava. Diesmal wählten wir die Autobahn um zügig den Stellplatz am südlichen Donauufer zu erreichen. Leider mussten wir feststellen dass es diesen Platz nicht mehr gibt und unsere Recherche zeigte uns auch keinerlei Möglichkeit irgendwo zu parken oder gar zu übernachten. So blieb uns nur übrig den Campingplatz Zlaté piesky anzusteuern. Der Platz ist nicht sehr ruhig aber er liegt an einem See und in die Innenstadt kann man bequem mit der Trambahn fahren.

Den Stadtbesuch verlegten wir auf den folgenden Tag da das Wetter nicht besonders schön werden sollte. In der Nacht regnete es und die Temperaturen sanken auf kühle 12°. In gut 20min waren wir in der historischen Innenstadt und schlenderten durch die Gassen. Die Gebäude sind überwiegend restauriert und die alte Bausubstanz zeigt sich in vielen Gebäuden. Durch das Michaelertor gelangen wir in die Stadt. Wir schlendern über den Franziskaner Platz zum Hauptplatz weiter zum Magistrat der Slowakei. Den Innenhof ziert ein Brunnen mit der Skulptur des Hl. Georg.

Die Burg konnten wir leider nicht besichtigen da der Zutritt mit Hund nicht erlaubt ist. So gingen wir durch den Burggarten wieder hinunter in die Altstadt und genossen den Blick über die Stadt, die Ufo-Brücke und den Martinsdom.

noch ein kurzer Blick auf Burg und UFO-Brücke

Wir steuern die Burgruine Devin an die malerisch auf einem Felssporn am Zusammenfluss von Donau und March liegt. Wer hier an diesem strategisch günstigen Ort herrschte, hatte das Sagen im gesamten Karpatenbecken. Bereits zur Römerzeit war die Burg Teil des Limes Verteidigungssystem. Zuletzt zerstörten die Truppen Napoleons die Burg.

Da wir mit Hund nicht auf das Gelände durften schlenderten wir an Donau und March entlang. Vorbei am Mahnmal des Eisernen Vorhangs und einem aus Stacheldraht geformten Herz zur Erinnerung an den ersten freien Grenzübertritt am 10.12.1989 nach Hainburg in Österreich.

Nach etwa einer halben Stunde Fahrt erreichen wir das Kloster Mariánka. Die Geschichte der landesweit meistbesuchten Wallfahrtskirche ist eng verbunden mit einer hölzernen Marienfigur, welche – der Sage nach – von einem Eremit aus Birnenholz geschnitzt wurde. Angeblich fand ein Räuber der seine kranken Zwillinge, nachdem ihm im Traum die Mutter Gottes erschien, in der Quelle baden sollte, diese Figur wieder. Er stellte die Figur in eine Kapelle und weihte sich dem Dienst an Gott.

Weiter ging es für uns an einen kleinen Stausee bei Kuchyňa. Nach dem Dauerrauschen in Bratislava herrscht hier angenehme Ruhe.

Nach einer herrlich ruhigen Nacht an dem See machten wir uns auf nach Štaštin-Stráže. Der Weg in das Land hinter den Berge, wie es so schön genannt wird, führt uns zunächst durch die Záhorie. Hier sind Flugsanddünen zu sehen die einen Hauch von Sahara vermitteln. Das Gelände ist militärisches Sperrgebiet und nicht immer für den zivilen Verkehr geöffnet. Wir konnten die Záhorie durchqueren aber leider nicht hinein spazieren. Panzer buddelten sich hörbar einen Weg und Posten sicherten das Gelände weiträumig ab.

So ging es direkt weiter zur Wallfahrtskirche „Basilika der Sieben Schmerzen der Jungfau Maria“ in Štaštin-Stráže. Der Legende nach erbat die gottesfürchtige Gräfin Angelika von der Jungfau Maria die Liebe und Achtung ihres Ehemannes zurück. Die Bitte wurde erhört und aus Dankbarkeit über das Happy End ließ die Gräfin eine Marienstatue in einer Kapelle aufstellen.

Weiter ging es zum Schloss Holič. Die im 16.Jhdt, auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Wasserburg, errichtete Festungsanlage diente einst zur Verteidigung im Kampf gegen die Osmanen. Der Habsburger Franz I. von Lothringen ließ die Festung in ein luxuriöses barock-klassizistisches Schloss umbauen, welches als Sommerresidenz diente. Vom einstigen Glanz ist heute leider nur noch wenig zu erahnen.

Als Übernachtungsplatz haben wir uns den Hafen von Skalica ausgesucht, direkt an der tschechischen Grenze. Skalica befindet sich am südlichen Ende des Bat‘a-Kanals, einer Wasserstraße, die in den 1930er Jahren zur Bewässerung und zum Transport von Braunkohle angelegt wurde. Auf dem Weg, der etwa 3km außerhalb des Ortes liegt, konnten wir einige Rehe beobachten die in diesen dünn besiedelten Gebieten sicherlich ein kleines Paradies vorfinden.

In der Nacht regnete es immer mal wieder und legte auch erst gegen Mittag eine längere Pause ein. Wir nutzten die Pause und marschierten in die Stadt, kamen aber nicht trocken dort an. Wir schlenderten durch die Stadt über den Marktplatz mit Pfarrkirche und Kulturhaus. Auch einen Abstecher zur mittelalterlichen Rotonde mit Resten der Stadtmauer hatten wir auf dem Plan. Auf dem Rückweg kauften wir noch einen Original Baumkuchen, den Skalický tradelnik, der zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt.

Nach zwei Nächten am Freizeithafen ging es für uns weiter. Auf dem Weg hielten wir kurz am Milleniumskreuz, das 2000 zu Ehren der Geburt Jesu Christi errichtet wurde, an. Dann steuerten wir unser geplantes Tagesziel an, einen Parkplatz unterhalb eines kleinen Stausees. Irgendwie holte uns der Platz aber nicht ab, vielleicht lag es am Regen und dem unbefestigten Untergrund…irgendwie passte es einfach für uns nicht. So fuhren wir weiter auf den sehr großen Besucherparkplatz der Burg Červený kameň um eine Nacht dort zu verbringen.

Es regnete bis in die frühen Morgenstunden, nicht besonders stark aber stetig. Die Nacht auf dem Parkplatz war sehr ruhig und dunkel, waren wir doch die einzigen Gäste auf diesem Parkplatz. Am Morgen streiften wir dann durch das Burggelände und den Innenhof der Burg. Die Bibersburg, wie sie auch genannt wird, ist schon eine imposante Anlage. Angeblich auch ein Besuchermagnet wovon wir allerdings nicht viel bemerkten. Die Burg war u.a. einmal im Besitz der Augsburger Fuggerfamilie die die Kellerräume der Burg zu mächtigen Lagerräumen umbauen ließ.

Von der Burg aus starteten wir in die nicht weit entfernte Stadt Trnava. Beim Stadtrundgang bemerkten wir viele Kirchen und auch zwei Synagogen, Cafés und Kneipen. Die Stadt ist sauber herausgeputzt und es lässt sich sicher schön flanieren. Heute war allerdings das Wetter nicht so besonders und die vielen Stühle im Freien daher ungenutzt.

Wir starten Richtung Slowakei

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06.05.26 – 10.05.26, 504km

Irgendwie startet jede Tour mit dem Auszug aus Ägypten. Dabei ist es nahezu egal ob man 4 Wochen oder 4 Monate unterwegs ist aber das Einräumen unseres Fahrzeugs ist fast jedesmal gleich aufwändig. Gegen Mittag waren wir dann endlich fertig und starteten Richtung Landshut unserem ersten Ziel entgegen. Zwischen Landshut und Dingolfing übernachteten wir auf dem Kirchthanner-Biohof. Ein Schweinebauer der auf Anfrage einen Stellplatz zur Verfügung stellt und bei dem im Hofladen auch eingekauft werden kann. Wir gönnten uns ein Eis aus dem Laden und genossen die Ruhe des abgelegenen Biohofes. Am frühen Abend zog dann ein kleines Gewitter auf aber es regnete nicht stark und auch nicht lange.

Nach einer kleinen Runde um den Hof ging es für uns am nächsten Tag weiter Richtung Tagesziel Haslach an der Mühl in Oberösterreich. Zunächst stand aber das Füllen unserer Tanks auf dem Zettel. Als erstes tankten wir AdBlue, dann Gas und zu guter Letzt noch, vor der österreichischen Grenze, auch noch Diesel. Gewohnt sind wir eigentlich daß der Diesel in Österreich deutlich billiger ist aber das hat sich geändert. In Haslach steuerten wir einen einfachen Parkplatz an und erkundeten dann noch zu Fuß den Ort. Viel zu sehen gibt es nicht allerdings gibt es eine Ölmühle und eine Weberei die Schafwollprodukte vertreibt. Interessant anzusehen war auch die hinter Glas stehende historische Kastenmangel aus dem Jahre 1826, als ein kostbares Belegstück der Mühlviertler Textilgeschichte.

Kastenmangel: Der Leinenstoff wurde um die Walzen gewickelt und unter den großen, mit Steinen befüllten Holzkasten geführt. Dieser wurde mit Pferden oder Ochsen hin und her bewegt, welche um den Göpel im Kreis liefen. Eine Zahnradübersetzung mit einer Welle übertrug die Kraft der Tiere auf den Kasten und transportierte ihn von links nach rechts. Mittels eines „Umschalters“ konnte die Richtung geändert werden, ohne daß die Tiere wenden mussten. Das Gewicht von über 10.000kg glättete den Stoff und machten ihn dichter und länger. Außerdem erhielten die Gewebe den für altes Leinen typischen Glanz.

Auf dem Weg nach Krems, unserem Tagesziel, hielten wir an und statteten der Stadt Freistadt einen kurzen Besuch ab. Durch das Böhmertor gelangen wir in die Stadt und zum Stadtplatz mit Pfarrkirche zur hl. Katharina. Zunächst stärkten wir uns allerdings erst mal mit einem Kaffee und einem Croissant im Café Lubinger. Anschließend schlenderten wir über das Schloss dem Marktplatz über die Sand- und Salzgasse zurück zur Kirche am Marktplatz. Über den Weyermühlturm und den Burggraben wieder zurück zum Fahrzeug. Ein nettes Städtchen ohne große Hektik und ohne weltbewegende Highlights aber eben ganz nett zum durchschlendern.

Weiter geht es zum Weingut Rosenberger in Rohrendorf bei Krems. Hier haben wir im September schon einmal und wollten auch diesmal dort übernachten. Natürlich haben wir erst einmal unsere Weinvorräte aufgefüllt wie es sich für eine Übernachtung bei einem Weingut gehört. Entspannte Fußmärsche durch einen Auwald und über Felder bescherten uns bei bestem Wetter ein schönes Wochenende.

Am Sonntag ging es dann nach Stockerau. Den Ort haben wir primär wegen der vorhandenen Ver- und Entsorgungsstation angefahren. Bevor wir in die Slowakei einreisen, wollen wir einfach nochmal alle Tanks füllen bzw. leeren. Unser kleiner Nachmittagsspaziergang führt uns zunächst am knapp 53.000m² großen Firmengelände der Maschinenfabrik Heid vorbei, die ein Patent auf die schleifringlose Kupplung hat(te). In den 1970er Jahren arbeiteten hier bis zu 1.100 Menschen, heute stehen die Hallen leer. Entlang am Senningbach ging es in einer Schleife über das Eisstadion und Schwimmbad wieder zurück zum Stellplatz.

Zusammenfassung und Fazit – „und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“

Gesamtroute: 21.10.2025 – 03.04.2026, 6.500km, 165 Tage
davon in Spanien: 30.10.2025 – 26.03.2026, 4.040km, 148Tage
===> Am Ende des Beitrags befindet sich eine Übersichtskarte unserer Route in Spanien und ein
Video mit allen Etappen und in Spanien angefahrenen Stell- und Campingplätze

Wir starteten Ende Oktober und die Fahrt durch Frankreich ist auch in diesem Jahr direkt Richtung Spanien. Wir steuerten bekannte und unbekannte Plätze an.

Wir planen ja eigentlich nie richtig, haben aber eine grobe Vorstellung wo wir etwa fahren möchten. So auch in diesem Jahr und das erklärte Ziel war Nazaré sowie Bekannte bei Peniche besuchen. Daher hatten wir grob im Kopf über die Provinzen Katalonien, Aragonien, Rijoa und Kastilien in den Westteil Spanien‘s zu fahren.
Je nach Wetter sollte es dann direkt nach Portugal gehen oder alternativ über die Extremadura und ggf. Andalusien erst Richtung Süden und dann nach Portugal. Der Rückweg hätte sich dann irgendwie ergeben und war noch nicht angedacht. Lediglich eine Station in Sevilla und Jerez, auf dem Hin- oder Rückweg, sollte dabei sein.
Das war unser Plan und wer sich das Video unserer Fahrtstrecke ansieht oder das Übersichtsbild wird schnell erkennen daß fast gar nichts davon unserem Plan entspricht.

Wir hatten den Gedanken zunächst am Ebro entlang zu fahren und haben dann in Sigüenza unseren ursprünglichen Plan erst mal ad acta gelegt. Morgengassi bei gefühlten -1°C, mit bewölktem Himmel und starkem Wind, entsprach nicht so ganz unseren Vorstellungen und so traten wir den Weg Richtung Ostküste an.
Das Problem dieser Überwinterung waren weniger die grundsätzlichen Temperaturen als viel mehr der zum Teil starke und kalte Wind. Wind hat es im Winter immer aber dieses Jahr war er oftmals besonders kräftig und kalt.

Alles in allem können wir uns über das Wetter aber nicht beschweren. Wir haben uns einfach Ecken rausgesucht in denen es wenig oder gar nicht regnete und die Temperaturen annehmbar waren. Insgesamt hatten wir nur etwa 5-10 Regentage und wenig starken Sturm. Was aber daran lag daß wir unsere Route dem Wetter angepasst hatten – ein Vorteil beim Fahren mit dem Wohnmobil. Die mildesten Temperaturen in Spanien gibt es nun mal an der Süd-/Ostküste und deshalb waren wir in diesem Jahr viel in Küstennähe.

Bereits nach dem Jahreswechsel, zu dem wir uns mit Freunden in El Saler verabredet hatten, fuhren wir erneut nur kleine Steps. Das Wetter in Andalusien und Portugal war einfach weiterhin schlecht und stürmisch. Wir suchten uns deshalb Orte die etwas hinter der Küste lagen raus und hatten die Hoffnung daß wir bald weiter Richtung Westen durchstarten könnten. Aber es kam anders und das extreme Wetter in Andalusien und Portugal hielt zunächst weiter an.

Der Westen Spanien‘s und Portugal hatte in diesem Winter mit viel und starkem Regen sowie sehr starken Stürmen zu kämpfen. Das führte dazu daß wir Ende Februar, als das Wetter begann sich zu entspannen, entschieden haben nicht weiter nach Andalusien rein zu fahren oder nach Portugal. Unsere Bekannten, die in der Nähe von Peniche leben, haben uns klar davon abgeraten da die Stürme nördlich von Lissabon ganze Arbeit geleistet hatten. Viele umgeknickte Bäume, Erdrutsche, abgesackte Straßen usw. würden das Reisen unnötig erschweren.
Grundsätzlich sind die Menschen, die vom Tourismus leben, natürlich sehr daran interessiert daß man gerade jetzt kommt aber wir haben uns dagegen entschieden. Wir wollten weder Rettungs- und Hilfskräften auf der Fahrt im Weg stehen noch auf Plätze fahren, auf denen wir Gefahr laufen, einzusacken. Mit dem gesetzten Zeitfenster, bis etwa Anfang/Mitte April wieder in die Heimat zurückzukehren, wurde dann auch die Zeit langsam relativ „knapp“, für einen entspannten Tripp bis nach Nazaré.

So drehten wir am Ostrand Andalusiens endgültig um und traten die Heimreise an. Wir fuhren teilweise Plätze an die wir gar nicht auf dem Schirm hatten und verweilten dort eine ganze Woche oder sogar noch etwas länger, was uns schon fast zu Dauercampern machte. In der Summe ist auch das eine Erfahrung die für uns etwas Neues und auch mal ganz schön war. Wir haben dadurch auch einiges von der Küste gesehen und uns somit auch einen Eindruck der Campingsituation dort gewonnen.

Am 26.03.26 ging es dann endgültig zurück und leider auch mal wieder schneller als geplant. Auch hier hatten wir überlegt an der französischen Mittelmeerküste noch etwas zu verweilen aber es herrschte dort über eine ganze Woche starker Wind und so führte der Weg schnell Richtung Norden.

Durch das schnellere Durchqueren von Frankreich waren wir dann kurz vor Ostern schon am Bodensee und wollten uns nicht unbedingt mit allen Osterurlaubern um die Plätze streiten. Daher entschieden wir uns dafür bereits am Karfreitag wieder zuhause zu sein.

Somit lautet das Fazit: Nicht an einem Plan (Route) festhalten wenn dieser sich als nicht sinnvoll erweist, sondern einfach immer flexibel bleiben. Dafür fahren wir mit dem Wohnmobil und suchen uns die Ecken raus die für uns jeweils passend erscheinen!

Zunächst unsere reine Spanienroute im Überblick und anschließend die Etappen die den Blogeinträgen entsprechen in einem Gesamtvideo:

Route in Spanien vom 30.10.2025 – 26.03.2026, 4.040km

Route im Video mit Teilabschnitten incl. angefahrene Stellplätze. Die einzelnen Abschnitte entsprechen den Blog-Einträgen. In der Beschreibung des Youtube-Videos sind die einzelnen Orte aus den Blogs angegeben, so daß auch jeweils an den Anfang des jeweiligen Videos gesprungen werden kann.

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El Pinell de Brai, Arbeca, Sainte-Marie-la-Mer, Visan, Seurre, Bohrerhof

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23.03. – 31.03.2026, 1.472km

Von Benicarló aus sind wir zur alten Bahnstation von El Pinell de Brai gefahren. Auf dem Weg zu unserem Tagesziel sind wir an dem künstlich erstellten Stausee „El Azud“ vorbeigekommen. Der 375m lange See mit einer diagonal verlaufenden Leiste, deren Aufgabe es ist, das Wasser in die Bewässerungskanäle abzuleiten, geht bis auf das 14.Jhdt zurück.

Die Bahnstation von El Pinell de Brai und die dazugehörenden Gleise waren von 1942 bis 1973 in Betrieb. Die Gleisanlagen wurden 1995 entfernt und heute ist der Bahndamm eine beliebte Radlstrecke der Via Verde. Die gut 80km lange Strecke die durch das Tal „Val de Zafán“ führt von Valdealgorfa (Teruel) nach Roquetes (Tortosa). Die Kneipe an der Bahnstation wird derzeit zumindest am Wochenende betrieben, im Sommer oder zu Ferienzeiten möglicherweise auch unter der Woche. Wir verbrachten auf dem Parkplatz eine herrlich ruhige Nacht und konnten mit Tara auf der Bahnstrecke beide Richtungen erkunden. Die Umgebung ist sehr ruhig, schön und entspannt. Der einzige Wehrmutstropfen ist die nicht vorhandene Internetverbindung und auch auf dem Fußmarsch, von etwa 1h in jeweils eine der beiden Richtungen, brachte keine Verbindung. Auf allen drei Mobilkarten hatten wir jeweils nur die „SOS“-Information….Fluch oder Segen, je nachdem wie man es sieht.

Von der Bahnstation ging es für uns weiter nach Arbeca auf das Weingut „Vinya els Vilars“. Hier waren wir schon öfter und verbrachten dort wieder zwei Nächte. Allerdings war diesmal die Zufahrt etwas tricky denn die, just seit dem Tag unserer Anreise in Betrieb befindliche, Zugangsschranke ließ uns erst mal staunen. Über die TripStop-App bekamen wir den Zutritt und der Platz kostet jetzt fix 10€ für 72h. In der App steht zwar erst mal 10€ je Tag aber von der Kreditkarte werden nur 10€ abgebucht. Bei unserem letzten Besuch haben wir schon gesehen daß weitere Plätze erstellt werden die jetzt fertiggestellt sind und ebenfalls Strom haben. Der Strom (6A) sowie Ver- und Entsorgung sind im Preis inbegriffen. Leider sah sich der Weingutbesitzer zu dieser Maßnahme gezwungen da viele Camper kamen, den Stellplatz nutzten und ohne Einzukaufen oder den Stellplatzpreis zu bezahlen, wieder abgereist sind.

Nach einer leicht stürmischen Nacht sind wir nach Frankreich und erneut auf den Stellplatz in Sainte-Marie-la-Mer gefahren. Vor dem Grenzübertritt haben wir natürlich nochmal für entspannte 1,699€ je Liter Diesel und 0,899€ je Liter AdBlue getankt. Die in Frankreich aufgerufenen 2,229€ je Liter Diesel, an freien Tankstellen und nicht auf der Autobahn, ließen uns zumindest erst mal ein lächeln in’s Gesicht zaubern. Auf den Feldern sahen wir immer wieder größere Wasserflächen die auf einen starken Regen vor längerer Zeit schließen ließen. Auch sahen wir immer wieder entwurzelte Bäume was auf kräftige Stürme der jüngeren Vergangenheit schließen lässt.

Ursprünglich wollten wir auf dem Stellplatz zwei Nächte bleiben aber Wind um die 50km/h mit Böen bis 80km/h ließen uns nach nur einer Nacht weiterfahren. Die Strecke bis Avignon ist ja bekannt dafür dass es öfter mal stärkeren Wind hat und leider jetzt für einige Tage wieder. Die Autobahnfahrt war entsprechend anstrengend und ungemütlich. Alternativ hätten wir in Spanien etwa 5 Tage warten müssen bevor wir weitestgehend windfrei weiterfahren hätten können aber das hat uns irgendwie nicht so recht in unseren Zeitplan gepasst.

Der Stop beim Weingut Lauribert ist für uns mittlerweile fast ein muss wenn wir über das Rhônetal fahren. Wir fühlen uns hier einfach wohl und standen diesmal, weil relativ viele große Fahrzeuge auf der großen Fläche standen, direkt an der Hecke. Der Nordwind wurde gut von der Hecke abgehalten was uns zu Gute kam.

Wir entschieden uns am Sonntag weiterzufahren da zumindest der LKW Verkehr dann doch deutlich reduziert ist. Der weiterhin starke Wind machte die Fahrt nicht zum reinen Vergnügen auch wenn der Wind, nördlich von Lyon, etwas nachgelassen hat. Auf dem Stellplatz in Seurre standen wir schon vor zwei Jahren mal und fühlten uns auch diesmal wieder wohl dort.

Nach zwei Nächten geht es jetzt weiter nach Deutschland. Zunächst wollten wir im Ort noch an einer Total-Tankstelle vorbei die aktuell mit 2,09€ in ganz Frankreich den günstigsten Sprit anbietet aber leider war der Dieseltank der Tankstelle leer. Auf der Autobahn wollten wir es dann nochmal bei einer Total-Tankstelle versuchen aber da standen 4 LKW’s vor uns und das hätte uns doch zu lange gedauert. Der Wind hat sich glücklicherweise weitestgehend gelegt aber dafür leuchteten die Kuppen der Vogesen und des Schwarzwaldes in frischem Weiß. Am Rhein war es aber im 9° noch relativ mild. Oft halten wir, wenn wir über Mülhausen den Rhein überqueren, am Bohrerhof für ein oder zwei Nächte an. Der Platz ist nicht mehr so günstig wie vor Jahren aber mit 20€ trotzdem fair, immerhin gibt es Strom und Dusche dazu. Wir gehen gerne in dem Hofladen einkaufen und vor allem die dort erhältlichen Brotwaren sind nach dem spanischen Einerlei doch ein echtes Highlight. Das am Hof befindliche Restaurant genießen wir, trotz der gehobenen Preise, immer wieder. Bislang wurden wir auch noch nie enttäuscht. Diesmal ist der Hof allerdings nicht, wie im Herbst, Saisonal dekoriert. Hier gehts zum Blogeintrag vom Herbst mit Hofdeko

Hiermit enden die Einträge unserer Spanienreise im Winter 2025/26. In einigen Tagen sind wir Zuhause und dann wird es noch einen kurzen Faziteintrag geben.

Von El Saler nach Benicarló

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09.03. – 22.03.26, 167km

Diejenigen unter euch die meine Artikel halbwegs intensiv lesen erinnern sich sicher den Namen El Saler schon das ein oder andere Mal gelesen zu haben. Ja, es ist richtig wir sind in diesem Jahr jetzt zum dritten mal hier in El Saler auf dem Stellplatz Eco Area El Saler. Der Grund dafür ist ja zum einen dass wir uns entschieden haben den Rückweg anzutreten und zum anderen fühlen wir uns hier einfach wohl. El Saler ist für uns ein guter Ort um mit dem Hund spazieren zu gehen, gemütlich einen Kaffee im Ort oder am Strand zu geniessen und last but not least stehen wir auf dem Platz gut, entspannt und ruhig. Aber zur ganzen Wahrheit gehört auch dass wir uns bei den Betreibern gut aufgehoben fühlen. Carlos und seine ganze Familie sind immer freundlich, nett und hilfsbereit, für uns einfach tolle Gastgeber!

Am Samstag hat es tagsüber teilweise leicht geregnet und am Sonntag war es bewölkt mit kurzen sonnigen Abschnitten. Das Meer rauschte, allerdings nicht mehr so stark wie am Tag davor.

Am Dienstag haben wir uns für die Hunderunde leider die falsche Zeit ausgesucht und wurden ordentlich nass. Tara zeigte hier dass die eindeutig ein Pinscher ist denn Wasser von oben ist böse.

Ab Mittwoch scheinte die Sonne und es war herrlich warm. Tara nutzte eine Pfütze um ihrem Erdferkelruf gerecht zu werden.

Am Donnerstag ging es dann nach Benicarló zu Tina und Mike. Die beiden hatten im Januar ihren Standort nach Benicarló verlegt und Mike hat uns dort einen Platz organisiert. Gut eine Woche wollen wir hierbleiben und das Wetter stabilisierte sich weiter.

Am Freitag starteten die „kleinen“ Fallas in Benicarló und am Wochenende waren die Festlichkeiten von viel Schießerei begleitet. Das legte sich am Anfang der Woche und am Donnerstag endete das Frühlingsfest mit dem Verbrennen der Figuren begleitet von Feuerwerk. Am Dienstag Mittag wurden in den Schulen die selbst gebastelten Fallas verbrannt. In Valencia sind die Fallas größer und sicherlich beeindruckender, aber für’s erste reichen die kleinen Fallas von Benicarló.

Zusammen mit Heike, Frank, Tina und Mike haben wir entspannte Tage verbracht, gegrillt, gut Essen gegangen und das ein oder andere Match „Mensch ärgere Dich (nicht)“ ausgefochten.

Von El Campello nach El Saler

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02.03. – 08.03.26, 175km

Der Stellplatz selber ist nicht hübsch aber zweckmäßig und vor allem ruhig. Am Wochenende gehen wir am Strand entlang und genießen das Wetter. Unweit unseres Platzes gibt es Café‘s, Kneipen und auch einen kleinen Dia. Wir fanden auch einen Park in dem Tara mit anderen Hunden frei laufen durfte. Natürlich fand sie auch zielstrebig die einzige vorhandene Pfütze!

Der Montag stand dann erst mal unter dem Zeichen Innenreinigung. Wir saugten, bezogen die Betten neu und reinigten alles was es so brauchte. Wäsche waschen stand auch auf dem Programm aber die beiden Maschinen waren hoffnungslos überlastet. Dafür widmeten wir uns der Erstellung von Gemüserationen von Tara. Die gut 3kg Karotten, Zucchini und Pastinaken erstanden wir für 6,88€ in einem nahen Gemüseladen.

In der Nacht hatte es leicht getröpfelt, was wir an unseren Dachfenstern erkennen konnten. Vor allem der Saharastaub war deutlich erkennbar und erforderte eine Reinigung der Solarplatten. In der Hoffnung auf eine freie Waschmaschine ging ich noch vor dem Frühstück, es war etwa 9:45 Uhr, zu den Maschinen und hatte Glück. Das Projekt Wäsche waschen sollte beginnen und mit etwas Glück zum letzten Mal für diese Reise. Da unsere Kaffeemaschine entkalkt werden wollte erhielt sie auch noch eine ausführliche Reinigung. Das Resultat war aber erst mal suboptimal denn sie streikte danach. Irgendwie kam wohl Wasser auf die Platine und so war ein öffnen der Maschine, ein erneutes Reinigen und ein Trocknen diverser elektrischer bzw elektronischer Teile erforderlich. Rudi machte das wie immer perfekt und so konnten wir dann noch gemütlich eine Tasse Kaffee genießen.

Tara hatte am Strand ihre reine Freude und unter der Woche konnte sie auch gut am Strand laufen. Am Wochenende war es schon zu voll um sie ohne Leine loslaufen zu lassen.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gab‘s erneut leichten Blutregen und tagsüber setzte dann um etwa 10:30 Uhr der Regen ein und hatte uns bis etwa 14:00 Uhr im Griff. Am Freitag lachte die Sonne wieder und nach einem Einkaufs- und Tankstop ging es Richtung El Saler. Sonne und Wolken wechselten sich auf dem Weg ab und je näher wir nach El Saler kamen um so deutlicher waren Pfützen in den Feldern zu erkennen. Es musste vor kurzem kräftig geregnet haben.

Mazarrón bis El Campello

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22.02. – 01.03.2026, 177km

Am Sonntag ging es vom sehr ruhigen SP „Area sol Calnegre“ nach Mazarrón. Die Strecke von nur 17km war schnell bewältigt und auf dem Platz „El Moreral“ wollten wir noch einige Nächte verbringen. Unser erster Weg führte uns in die Stadt und auch der zweite Blick bestätigte daß Mazarrón kein Highlight ist das es zu sehen gilt. Der Name Mazarrón findet seinen Ursprung in dem Reichtum der Bodenschätze in den Bergen der Umgebung, wo man vor allem Blei, Zink, Silber, Eisen, Alaun und Ocker fand. Am Plaza del Salitre erinnert eine Gedenktafel, mit einer sehr hohen Anzahl an Namen, an die Opfer die direkt oder indirekt an den Folgen bzw. den Unfällen in den Minen verstorben sind.

Der Platz selber hatte wieder eher typisches CP Flair. Hier verbrachten Menschen viele Wochen, kannten und trafen sich. Einige Alleinreisende und zum Teil körperlich sehr eingeschränkte Menschen wurden hier in der Gemeinschaft aufgefangen. Ansonsten ist der Platz kein Highlight und in dem Bereich in dem wir standen, auch durch die naheliegende Straße, tagsüber relativ laut.

Von Mazzarón aus sind wir u.a. entlang des Camino de las Moreras die knapp 6km nach Puerto de Mazarrón gelaufen. Der Weg führte uns zunächst am Bach entlang den wir auch überqueren mussten aber das Ausziehen der Schuhe war diesmal nicht erforderlich, Steine halfen uns trockenen Fußes über den Bach zu kommen. Kurz vor dem Ort Puerto de Mazarrón kamen wir an dem relativ neuen Campingplatz „Bahia de Mazarrón“ vorbei. Der Platz ist an drei Seiten von bis zu ca 8-10m hohen Gewächshäusern umschlossen. Die Größe dieser Gewächshäuser hat uns fast erschlagen. Dort längere Zeit zu verbringen können wir uns, zumindest bislang, eher nicht vorstellen.

Von Mazarrón aus steuerten wir den SP „Sunset Camper Area“ in El Campello, nördlich von Alicante an. Eine Woche bleiben wir hier, mal schauen wie uns das gefällt.

Area sol Calnegre, Playa de Percheles

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15.02.- 21.02.26, 163km

Nachdem wir uns entschieden hatten nicht weiter Richtung Südspanien und Portugal zu fahren sondern den Rückweg anzutreten, haben wir überlegt wo wir denn so Station machen könnten. Die erste sollte im Bereich Mazarrón liegen. Wir hatten über diese Ecke schon viel gehört und natürlich auch über die Playa de Percheles – die berühmte Schlangenbucht. Unsere Etappe führte uns ab Mar de Pulpi, wo wir uns bei einem kleinen Supermarkt mit dem nötigsten versorgt haben, teilweise unweit am Meer entlang. Wir haben so einen guten Eindruck von der Gegend und den dort vorhanden Stellplätzen, kostenfrei und/oder kostenpflichtig, gewinnen können. Ehrlicherweise erschließt es uns einfach nicht wie einem ein Parkplatz, dicht gedrängt mit WoMo’s, so gut gefallen kann dass man da teilweise wochenlang stehen möchte. Die sogenannten „Freistehplätze“ verdienen unserer Meinung nach den Titel nicht da es sich um Parkplätze mit dichtgedrängten Wohnmobilen handelt – aber gut – jeder wie er möchte. Zumindest trifft das auf die Plätze zu die wir bislang am Meer gesehen haben und Bilder habe ich davon nicht gemacht.

Der erst vor kurzem neu eröffnete SP Area sol Calnegre war unser Ziel und wir fanden dort, im Bereich (noch) ohne Strom, gute Plätze auf denen wir entspannt die Tage verbringen konnten. Am Montag mussten wir erst mal anständig einkaufen und sind dazu nach Mazarrón gefahren. Es war ein trüber Tag und möglicherweise lag es an der Stimmung dass uns, auf den ersten Blick, der Ort nicht in Jubelstürme hat ausbrechen lassen. Aus den Nachrichten erfuhren wir dann dass unweit unseres letzten Stellplatzes bei Pechina in der Nacht das Epizentrum eines Erdbebens war. Das Beben war mit einer Stärke von 4,2 nicht extrem stark aber wir sind trotzdem froh dass wir den Platz bereits verlassen hatten.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg in die Schlangenbucht. Wir wollten doch, wenn wir schon mal hier sind, unbedingt diesen Ort mal live sehen. Der Fußweg zur Bucht beträgt nur etwa eine halbe Stunde. Als wir dort ankamen bot sich uns ein relativ leerer Strand und auch auf dem Parkplatz standen nur wenige Autos. Wir sind am Stand entlang gegangen und haben es wirklich genossen. Es war sehr angenehm dort zu laufen oder auf den Steinen zu sitzen. Am Ende der Bucht sind wir dann noch soweit gegangen um einen Blick auf den unweit entfernten Freistehplatz, die sogenannte „Ziegenwiese“, zu erhaschen. Von weitem sah man viele Wohnmobile nebeneinander stehen und einige Tage später bestätigte uns ein Campernachbar dass dort Wohnmobil an Wohnmobil steht und sich teilweise die Frage stellt ob die Wohnmobiltür noch ganz geöffnet werden kann. Nun ja, jeder wie er möchte.

Die Bar in der Schlangenbucht hatte, wider erwarten, geöffnet und wir genossen das Wetter und die entspannte Athmosphäre bei einem Bierchen. Der Rückweg führte uns über den gleichen Weg zurück und dann auch wieder am Strand entlang. Drei Tage Später gingen wir erneut diesen Weg in die Bucht und auch diesmal kamen uns auf dem Weg fast keine Spaziergänger entgegen. Ob das an den 50Hm über den Hügel liegt oder einfach nur daran dass ganz wenige Menschen an so einem Spaziergang interessiert sind sei dahin gestellt. Wir haben es genossen und Tara hatte ebenfalls ihren Spaß.

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Die Schlangenbucht ist definitiv ein sehr schönes Fleckchen Erde und ohne Wohnmobile, aus unserer Sicht, am Schönsten. Somit bleibt nur zu hoffen dass die Versuche, erneut einen Wohnmobilstellplatz dort zu installieren, auch weiterhin erfolglos bleiben.

In entgegengesetzter Richtung sind wir an dem Cala de Calnegre vorbei und bis zum Playa Bano de las Mujeres gegangen. Auch hier war jeweils fast nichts los und Campen ist hier natürlich auch überall verboten. Landschaftlich boten sich uns schöne Blicke und einfach eine angenehme Stimmung.

Alles in Allem verbrachten wir hier eine entspannte Woche. Am Stellplatz war es sehr ruhig und auch am Strand hatten wir viel Platz. Wie immer stellt sich die Frage ob ein Campen in Mitten der Plastikhäusern erstrebenswert ist. Wir hatten die Platikfelder im Rücken und den Blick Richtung Meer, insofern alles gut. Aber, wenn man nicht am Meer entlang spazieren gehen möchte bleiben nur Wege durch Plastikfelder und das ist dann definitiv nicht so toll.

Albox und Pechina

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07.02. – 14.02.26, 100km

Die Anfahrt zum Platz durch den Ort Albox war nicht ohne…..viel Platz war beim rechts abbiegen nicht mehr.

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Den Platz in Albox haben wir sicherheitshalber reserviert. Nach der positiven Rückmeldung sind wir dort hin gefahren und durften mal wieder erleben dass eine Platzzusage nicht zwingend verbindlich ist. Der Platzwart hat mich erst mal entgeistert angesehen und als ich ihm dann die Bestätigungsmail zeigte viel es ihm scheinbar wieder ein. Zugewiesen wurde uns dann ein Platz der, vorsichtig ausgedrückt, „speziell“ war. Zudem hatten wir wohl einfach nur Glück dass wir 10 Minuten vor einem anderen Camper am Platz waren der sonst den Platz bekommen hätte. Der Vorteil unseres Platzes war daß wir keine direkten Nachbarn hatten und auch sehr windgeschützt standen. Ansonsten müssen wir ehrlich sagen daß dieser Platz nicht zu unseren Favoriten zählt und wir ihn daher wohl eher nicht mehr anfahren werden. Abgesehen von dem zugewiesenen Stellplatz selber fanden wir auch die anderen Camper etwas eigenartig. Am Tag nach unserer Ankunft waren direkt vor unserem Fahrzeug zwei Hundehaufen die auch am Tag unserer Abreise noch dort lagen.

Die Spaziermöglichkeiten vom Platz aus waren gut und der Weg in den Ort führte uns durch den Rambla. Für Tara war das ein toller Spazierweg und sie war auch richtig kaputt. Auf dem Weg legte sie sich dann zwischendurch im Schatten an die Ramblawand, weil sie dringend eine Pause benötigte. Der Ort selber ist nix besonderes aber für einen Kaffee gab es schon eine nette Möglichkeit.

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Am Dienstag sind wir dann weiter nach Pechina gefahren. Den Stellplatz gibt es noch nicht so lange und er liegt auch außerhalb aber etwas erhöht mit einer guten Sicht. Vom Platz aus sind wir dann in den Ort gegangen der allerdings nicht wirklich sehenswert ist.

Am Tag darauf sind wir dann, erneut durch einen Rambler, weiter in die Sierra Alhamilla gegangen. In der Sierra wurden auch Szenen diverser Filmproduktionen gedreht. Reste der Kulissen stehen noch und im Gegensatz zum unweit gelegenen Tabernas gibt es hier keine Touristen die sich dafür interessieren. Das Gelände wird aber sehr gerne als Freistehplatz von Wohnmobillisten genutzt.

Das Wetter war herrlich und mit 23° zeigte der Frühling welche Kraft er hier schon entwickeln kann. Am Freitag und vor allem am Samstag hat uns der Wind wieder voll im Griff. Mit Windstärken von 50-80km/h wehte es kräftig aber im Gegensatz zur nördlich anschließenden Region Valencia wurde für unsere Gegend keine Sturmwarnung herausgegeben. Die Sonne scheinte fast den ganzen Tag und die klare Luft sorgte jetzt auch dafür daß wir das Meer von unserem Stellplatz aus deutlich erkennen und nicht nur erahnen konnten.

Die letzten Wochen haben wir viel überlegt wie wir weiter fahren. Die Unwetter in Andalusien und Portugal haben wir intensiv verfolgt da wir geplant hatten nach Portugal weiter zu fahren. Wir wollten u.a. Wellen in Nazaré „gucken“ und Bekannte in der Nähe von Peniche in Portugal besuchen. Unsere Bekannten haben uns dann auf Nachfrage eine Einschätzung der Situation vor Ort gegeben was uns veranlasst von unserem Vorhaben endgültig Abstand zu nehmen. Die Aussagen die wir bekamen haben uns veranlasst unsere Route hier abzubrechen und wieder Richtung Nord-Ost, also grob Richtung Frankreich, abzudrehen. Dieses Wochenende wird sich das Wetter, aller Voraussicht nach, zwar beruhigen aber die Schäden und Überschwemmungen der letzten Wochen sind wohl, vor allem in Portugal, ziemlich heftig. Die Aufräumarbeiten werden, nach Einschätzung unserer Bekannten, Monate dauern da die Einsatzkräfte aktuell nicht wissen wo sie als erstes anfangen sollen. Somit verschieben wir unseren Ziele in Andalusien und Portugal und werden diese ein anderes Mal ansteuern.

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