Blaustein, Gleisweiler, Verdun, Amiens, Le Tréport

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03.10.-10.10.2026, 936km

Dieses Jahr starten wir erneut mit dem Ziel Spanien/Portugal. Ob wir es dieses Jahr bis nach Portugal schaffen hängt erneut vom Wetter ab. Wir werden also sehen ob es diesmal klappt. Zunächst jedoch führt uns der geplante Weg in die Normandie und Bretagne. Beide Regionen haben wir schon länger auf dem Schirm und dieses mal wollen wir versuchen unsere Wintertour dort zu beginnen.

Unser erster Übernachtungsplatz ist Blaustein mit einem gutem Restaurant daneben. Wir gönnen uns „Hausmacher Fleischküchle mit schwäbisch schwätzendem Kartoffelsalat und Bratensoße“. Ehrlich gesagt frage ich mich warum mich der Kartoffelsalat „anschwätzen“ sollte, mir ist deutlich wichtiger daß er schmeckt und das hat er! Am Morgen ging es dann weiter in die Pfalz. Wir wollten zum einen die Strecke Ulm-Stuttgart-Karlsruhe am Sonntag hinter uns bringen und zum anderen uns mit Freunden auf einem Weingut treffen. Bei herrlichem Sonnenschein konnten wir den Nachmittag an unserem Stellplatz in den Weinbergen genießen. Nach einer obligatorischen Weinprobe bei dem Stellplatzbesitzer haben wir uns das Abendessen in dem unweit entfernten Weinlokal schmecken und danach den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Nach unserem ausgiebigen Spaziergang trennten sich unsere Wege bereits wieder und wir steuerten die Saarschleife an. Vom Stellplatz an der Saar unternahmen wir eine kleine 2h Wanderung die uns zunächst durch das Steinbachtal und über den Teufelsstein zum Ausichtspunkt Cloef führt. Von hier aus eröffnet sich ein herrlicher Blick über die Saarschleife. Vom Baumwipfelpfad aus wäre der Blick vermutlich noch beeindruckender gewesen aber mit Hund ist das leider nicht möglich. Über den Cloefpfad ging’s wieder zurück zur Saar und zum WoMo.

Der Morgen begrüßte uns noch verhalten aber schon bald hatte die Sonne den Nebel verdrängt. Die Dunstfelder über der Saar zeichneten eine wunderschöne Stimmung. Heute war ein Geschichtsstop angesagt und über einen relativ entspannten Tankstop, mit 1,993€ je Liter, steuerten wir das Gebeinhaus in Verdun an. Ich finde daß der Kriegswahnsinn gerade hier einem sehr deutlich vor Augen geführt wird. 1916 wurde hier 300 Tage gekämpft und das Resultat waren 700.000-750.000 Tote, Vermisste und Verwundete. Etwa 300.000 Soldaten starben, davon etwa 50% Franzosen und 50% Deutsche. Das Gebeinhaus und die Gräberfelder rufen auch heute noch ein beklemmendes Gefühl hervor.

Für die Nacht haben wir uns einen Stellplatz in Verdun bei einer Fabrik die Mandeldragées herstellt, der Dragées Baraquier, herausgesucht. Die Mandeln, überwiegend aus Avola (Sizilien), werden von Hand sortiert und verarbeitet. Neben „normalen“ Mandeldragées werden Mandeln auf Wunsch mit Silber oder Blattgold überzogen. Sogar eine Handgranate aus Schokolade mit Dragées oder auch, z.B. einem Schlüssel als Geschenk, kann man hier erwerben. Die Handgranate wird mit einer kleinen Menge Schwarzpulver und einer Zündschnur versehen. Wird die Schnur angezündet, explodiert die Schokogranate und verstreut den Inhalt auf dem Tisch.

Soweit das Auge reicht säumen Felder die Autobahn nach Amiens, unserem heutigen Etappenziel. Regen war angekündigt und leider hatte die App auch recht. Nach einer ruhigen Nacht, in der es aber weiter leicht regnete, starteten wir am Vormittag zu Fuß in die Stadt. Der etwa 1-stündige Fußweg führte uns bei Sonnenschein entlang der Somme zur Kathedrale und in die Innenstadt. Die Kathedrale, mit dem Namen „Cathédrale Notre-Dame d’Amiens“, wird als Schmuckstück der Hochgotik des 13. Jahrhunderts beschrieben. Die kurze Bauzeit von 1220-1269 erklärt ihre Einheit von seltener Harmonie und Ausgewogenheit. Bis heute sind die Skulpturen der Portale hervorragend erhalten. Die Kathedrale ist die größte Kirche Frankreichs. Die äußere Länge beträgt 145m, das Querschiff misst 70m und das Mittelschiff 42,30m. Die Kirchturmspitze ist 112,70m hoch und der nördliche Turm 66m.

Das Wetter bleibt wechselhaft und nachdem für Le Tréport starke Böen und Regen angekündigt sind, entscheiden wir uns gegen einen Stellplatz oberhalb der Kreidefelsen. Wir starten von unserem Stellplatz mit einer ersten Erkundungsrunde Richtung Mers-les-Bains um uns die farbenfrohen Stadtvillen anzuschauen und auch um einen ersten Eindruck auf die Kreidefelsen und Le Tréport zu erlangen.

Wir streifen durch den Hafenbereich von Le Tréport und fahren mit der Standseilbahn, die die Unterstadt mit den höhergelegenen Aussichtspunkten verbindet. Der Funiculaire fährt durch einen Tunnel im Kreidefelsen. Der Wind bläst kräftig und die Entscheidung, nicht oberhalb der Kreidefelsen zu übernachten, war für uns die richtige.

Unbestritten ist der Ausblick von der Kreidefelsenküste besonders!


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